Auf einen Blick
Wann eine Schienentherapie sinnvoll ist
Bruxismus – das unbewusste Pressen und Reiben der Zähne – tritt überwiegend nachts auf. Die Kräfte, die dabei entstehen, übersteigen die des normalen Kauens deutlich. Über Jahre hinterlässt das Spuren an Zahnschmelz, Füllungen, Kronen und am Kiefergelenk.
Eine Schiene beseitigt die Ursache nicht – sie schützt vor den Folgen und entlastet die Muskulatur. Wo Stress der Auslöser ist, gehören Entspannungsverfahren oder Physiotherapie dazu. Wir sagen Ihnen offen, was die Schiene leisten kann und was nicht.
So läuft die Behandlung ab
Befund
Wir untersuchen Zähne, Muskulatur und Kiefergelenk, prüfen die Bisssituation und ordnen die Abnutzungsspuren ein.
Abformung
Wir nehmen einen Abdruck beider Kiefer und registrieren den Biss. Auf dieser Grundlage entsteht die Schiene.
Anpassen und Einweisen
Wir schleifen die Kontaktpunkte exakt ein, zeigen Reinigung und Handhabung und vereinbaren eine Kontrolle.
Was eine Aufbissschiene leistet
Eine Aufbissschiene ist ein transparenter, individuell gefertigter Kunststoffkörper, der nachts über die Zähne eines Kiefers gesetzt wird. Sie trennt die Zahnreihen, verteilt die Kraft gleichmäßig und gibt der Kaumuskulatur eine definierte Position, in der sie zur Ruhe kommen kann.
Warum Knirschen behandelt werden sollte
Beim Kauen wirken Kräfte, an die der Zahnhalteapparat gewöhnt ist. Beim nächtlichen Pressen fehlt die Rückmeldung, die tagsüber begrenzt, wie stark wir zubeißen – die Belastung liegt deutlich höher und hält über längere Phasen an. Was daraus folgt, zeigt sich meist schleichend: flacher werdende Höcker, feine Sprünge im Schmelz, Kerben am Zahnhals, gelockerte Füllungsränder.
Betroffen ist nicht nur der Zahn. Die Kaumuskulatur arbeitet nachts über Stunden gegen einen Widerstand, der nicht nachgibt. Verspannungen, Kopf- und Nackenschmerzen sowie Beschwerden im Kiefergelenk sind häufige Begleiter – im Fachgebiet unter dem Begriff craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) zusammengefasst.
Eine Schiene kann das Knirschen nicht abstellen. Sie verlagert den Abrieb auf den Kunststoff und entlastet Muskeln und Gelenk. Damit erfüllt sie ihre Aufgabe: Sie schützt Substanz, die sich nicht ersetzen lässt.
Herstellung und Eingewöhnung
Grundlage ist ein präzises Modell beider Kiefer samt Bisssituation. Dafür nehmen wir einen konventionellen Abdruck und registrieren den Biss. Die Schiene wird auf dieser Basis gefertigt und beim zweiten Termin eingeschliffen: Jeder Kontaktpunkt wird geprüft, bis die Kräfte gleichmäßig verteilt sind. Dieser Schritt entscheidet über die Wirkung; eine Schiene von der Stange kann ihn nicht ersetzen.
Die ersten Nächte fühlt sich die Schiene fremd an, manche berichten von verstärktem Speichelfluss. Das legt sich in der Regel innerhalb einer Woche. Trägt sich die Schiene dauerhaft unangenehm oder verändert sich der Biss beim morgendlichen Herausnehmen spürbar, gehört das kontrolliert – dafür genügt ein kurzer Termin.
Zur Pflege: nach dem Herausnehmen mit kaltem Wasser und einer weichen Bürste reinigen, trocken und luftig aufbewahren. Kein heißes Wasser, es verformt den Kunststoff. Bringen Sie die Schiene zur Vorsorge mit, dann prüfen wir Sitz und Abrieb gleich mit.
Was die Behandlung kostet
Als Kassenleistung
Liegt ein entsprechender Befund vor – etwa nachweisbarer Abrieb oder Beschwerden im Kiefergelenk –, ist die Aufbissschiene eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Enthalten sind Befunderhebung, Abformung, Herstellung und das Einschleifen der Schiene.
Die jährliche Kontrolle findet im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung statt.
Als individuelle Leistung
Aufwendigere Sonderformen, etwa bei ausgeprägten Kiefergelenkbeschwerden oder zusätzlicher Funktionsanalyse, gehen über die Regelleistung hinaus.
Auch eine zweite Schiene als Ersatz oder für Reisen rechnen wir als individuelle Leistung ab.
Den Betrag nennen wir vorab schriftlich, bevor etwas beginnt.
Was Kassenleistung ist und was nicht, sagen wir beim Befund. Bei Eigenanteil erhalten Sie vorher einen schriftlichen Heil- und Kostenplan.
Sie finden uns in Köln-Holweide, im Ärztehaus an der Bergisch-Gladbacher-Straße 408, wenige Minuten von Bergisch Gladbach entfernt. Weil im Haus weitere Fachrichtungen praktizieren, ist der Weg zu einer physiotherapeutischen oder orthopädischen Mitbeurteilung kurz – bei Kiefergelenkbeschwerden oft der entscheidende Vorteil. Kostenfreie Parkplätze vor dem Haus, Zugang über Aufzug.
Häufige Fragen zur Schienentherapie
Termin vereinbaren – online oder telefonisch.
Buchen Sie rund um die Uhr online oder rufen Sie uns während der Sprechzeiten an. Bei akuten Schmerzen versuchen wir, Sie noch am selben Tag unterzubringen.

